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Geschichte

 

Aus der Chronik von Breitenbrunn

 

Das Schulwesen

 

Von Pfarrer Kaspar Bergler +

 

In den früheren Jahrhunderten hatte nicht jedes Dörflein seine Schule wie heute. In Städten, vielleicht auch größeren Märkten freilich finden wir eine Schule schon früh vor. Diese Schulen in den Städten waren nicht Volksschulen im heutigen Sinne, sondern Lernstätten, in denen neben dem Elementarunterricht Latein erteilt wurde. In Städten wie zum Beispiel in Mindelheim hatten meist die Klöster die Leitung von den Schulen. Überhaupt haben auf dem Gebiete des Unterrichtes seit dem frühen Mittelalter Klöster und Geistliche ein hohes Verdienst sich erworben. Das Schulwesen auf dem Lande blieb bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts in den Händen von Geistlichen. Damals gab es noch keine Lehrerbildungsanstalten. Wer Lehrer werden wollte, begab sich zu einem erfahrenen Schulmeister und erlernte sich diese "Arbeit" wie irgend ein Geselle das Handwerk. Ihre Zulassung als Lehrmeister konnten sich die Bewerber leicht einholen. Bei ihrem Dekan mußten sie eine Prüfung ablegen, die über ihre Rechtgläubigkeit Auskunft geben sollte. Fiel diese zu Zufriedenheit des Dekans aus, dann durfte der "Schuler" Unterricht geben. Die Bezahlung der Lehrer war nicht gerade gut. Meist besaßen sie ein Gütlein, Haus und Baidt. Die folgende Beschreibung zeigt an, was der Lehrer an Besitz sein Eigen nennen konnte. Was die Wiese anbetrifft, so hatte er schon die denkbar schlechteste. Was er außerdem an Schulgeld einhob, war auch nicht von großer Bedeutung; zudem waren ja arme Schulkinder befreit von der Zahlung eines Lehrgeldes. Das Einkommen der Lehrer war meist deshalb nicht schlecht, weil sie seit alters her den Dienst eines Mesners zu verrichten hatten. Mit diesem Dienste waren die Stolgebühren und das sogenannte Mesnergütlein verbunden. Diese zwei Dienste, Schule halten und Mesnerdienst verrichten waren ganz enge miteinander verbunden.

Lange Zeit hindurch hatte der Schulmeister auch noch die Pflicht von Kreuzauffindung bis hl. Kreuzerhöhung an jedem Samstage nachmittags um den ganzen Tisch zu gehen, wobei er dann den Rosenkranz bezw. 3 beten mußte. Für diesen Gang wurde er von den Bauern mit einem Laib Brot bedacht.

Das Urbarium von 1664 gibt uns eine Beschreibung vom Mesmerhause:

Georg Herterich Mesmer, gleich anfangs des alten Urbari, hat das Mesmerhaus ain Ziegeltach, dabei ist ein Wurzgärtchen, ain halbes Viertl groß, Zwaymädig, Item hat er ain großen Wagenschupfen und darinnen ainen Pachoffen, oben an Herrn Pfarrer, und unten an Martin Mayr Hörmann Halbpaur, gegen Niedergang Hannß Lidl, Vogt zu Peternau.

Anno 1642 war Mesmer: Albrecht Lidl, Forstknecht.

 

Die alte Beschreibung des Mesmerhauses von 1642 gibt folgendes an:

Das Mesmerhaus und Garten liegt zwischen des Pawmaisters {Baumeisters} Guttlein, voran gegen die gemaindt, auf die Schmidte stößent. Bei dem Meßmerhaus waren 1642 fünf Viertl Acker, ferner ain gar schlechtes Madt, das Feder Madt genannt, welches an gemaindt grenzt und dem Meßmer dagegen ain Laiter voll Heu gibt.

 

Dieses Mesnerhaus, das auf dem Platz des heutigen Schulgebäudes stand, wurde im vorigen Jahrhundert abgebrochen und das neue Schulhaus wurde gebaut von dem Maurermeister Maier anno 1840 an jene Stelle, wo vordem das Mesnerhaus stand.

 

Von unseren Schullehrern, die nach dem von dem Kurfürsten Max anno 1802 erlassenen Edikte betreff "Schulbesuch und Verbesserung" hier waren, möge nun folgendes in unsere Gemeindebeschreibung aufgezeichnet sein:

Thomas Huber bezog die Lehrstelle am 3. Nov. 1846. Er ist in Breitenbrunn gestorben, wie seine noch vorhandene Gedenktafel, die übrigens sehr interessant ist und allerhand über das Leben dieser Schulmeister meldet, kündet.

Josef Sommer, der am 8. März 1878 hier starb. Einige Aufzeichnungen in der mangelhaften Gemeindechronik sind ihm zu verdanken.

Otto Schleifer,Enzinger Max, Schwarzenberger Max, Josef Maisch 1898 - 16. Juli 1905, Franz Schafitl 1905 - 1912, Georg Schwarz 1912 - 1931. Herr Oberlehrer Schwarz hat sich an hiesiger Schule sehr verdient gemacht.

Joh. Schwankhart seit 1932.

 

 

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{Noch vorhandene Gedenktafel von Thomas Huber}

Hier ruht der achtbare Herr

Thomas Huber,

45 Jahre Lehrer, Chorregent und Mesner dahier.

geb. zu Egg a.d. Günz, Landger. Ottobeuren, 20. Dezb. 1781. Lehrer dahier seit 26.III.1801.

gest. 27. Mai 1846.

Dieser Mann war es wert,

daß man ihn im Grab noch ehrt.

 

Ein Jugend Lehrer, Mesner, Gatte,

der in der Tat bewiesen hatte,

daß immerdar der ächte Christ,

auch treuer Plichterfüller ist.

Legt hier des Kassiers Schlüssel nieder,

und schwingt als Kantor bis einst wieder

Ihn Gottes Engel aus der Gruft

zum ewigen Laudate ruft."

Neben ihm ruht seine Gattin,

Franziska Huber, geb. Seifried

Lehrerstochter von hier,

geb. 14.II.1778

gest. 14.VIII.1834.

"Gott gebe ihrer Asche den Frieden,

Ihrem Geiste ewige Seligkeit."

 

Dieses Denkmal hat im Jahre 1867 des obigen Lehrer Schwesterstochter errichten lassen. R. I. P.

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Gehalt des Lehrers Huber als Mesner:

Für Mesnerdienste wurde dem Schullehrer Thomas Huber im Jahre 1838 gegeben:

Für Rosenkranzläuten an den Donnerstagen Abends in der Fasten: 2 fl 6 X

Für nämliche an Sonn- und gebothenen Feyrtagen von hl. Kreuzauffindung bis hl. Kreuzerhöhung 1 fl 30 X

Für daselbe in der Seelenoktav -- 30 X

Fürs Läuten bei Ablesung des hl. Evangeliums bei den Feldkreuzen 1 fl -

Für 20 Schauermessen a' 2 X -- 40 X

Für 7 Lobämter zu 30 X 3 fl 30 X

Für die Vocalisten 4 fl --

Für den Kalkanten 1 fl --

Für 7 Blech Mussikern an der Prüfung

und der Fronleichnamsprozession 2 fl 20

Als fixem Gehalt eines Gemeindeschreibers wurde ihm ausbezahlt 15 fl.

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Lehrerbesoldung

Eine Aufstellung vom Jahre 1808 läßt uns einen Einblick tun, wie der damalige Lehrer besoldet war: Thomas Huber, Mesner und Schullehrer erhält als Organist 10 fl, auf 3/4 Jahr 7 fl 30 Xr, als Schullehrer an jährl. Gehalt a 8 fl für 3/4 Jahr 6 fl.

Weiters hat gedachter Mesner wegen seinem Dienst von 2 Tagwerk Maad auf Versuch und Widerruf zu genießen, die hievon auf 3/4 Jahre vereinnahmte 3 fl, 33 Xr.

Item dieser an seiner Mesnerbesoldung a' 4 fl, für 3/4 Jahre 3 fl. Dann wegen dem Vorsingen an jährl. 1 fl hieher - fl, 45 Xr.

Und wegen der Musik beynn großen Umgang Latus 21 fl, 48 Xr, 3 hl.

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Schule: Aus einem Visitationsbericht 1742:

Schola solum in hyeme! An pueri apposituri sunt nexit. Multi sunt pauperes. Ludimagister est valde curratus et diligens in suo officio.

 

Tiscina clausa.

Vis.: 1711: Capella in St. Nicloai in Stainbach antiqua integra.

Vis. 1602: Braittenbrunnen habet sacellum nomine Stainbach in solitudine quae decies circiter anno visitabatus.

Vis. 1666: Horreum parostiale indizebat reparare.

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Elementarschulen lassen sich seit der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts nachweisen. Ende des 15. und im 16. Jahrhundert finden sich Elementarschulen außer in der Stadt Mindelheim in den Marktgemeinden Dirlewang, Kirchheim, Markt Wald, Pfaffenhausen, Türkheim, Tussenhausen, ferner in den kleineren Orten Bedernau, Loppenhausen und (mit Vorbehalt) in Haselbach.1)

Im 17. Jahrhundert folgen mit eigenen Schulen: Breitenbrunn, Eutenhausen, Kammlach, Köngetried, Könghausen, Nassenbeuren, Siebnach, Stockheim, Wiedergeltingen und Zaisertshofen.1)

Der Visitator hat häufig über schlechten Schulbesuch zu klagen, auch wenn nur während des Winters Schule gehalten wird. Da bis anfangs des 19. Jahrhunderts kein Schulzwang bestand, besuchte nur ein Bruchteil der schulfähigen Kinder den Unterricht. 1843 gab es in den zum Kgl. Landgericht zählenden Gemeinden unter den männlichen Einwohnern noch 8,25 % "Kreuzleinschreiber".1)

 

Anfänge im 15./16. Jahrhundert:

Bedernau

Nachrichten über eine Schule in Bedernau finden sich gegen Ende des 16. Jahrhunderts. Im Dreißigjährigen Krieg ging die Schule ein. Von 1696 wird in den Heiligenrechnungen regelmäßig der Schulmeister erwähnt. Bis weit ins 18. Jahrhundert hinein scheint nur Winterschule gehalten worden zu sein. Auch diese war, wie der geistliche Visitator 1742 feststellt, schlecht besucht. "Propter paupertatum" (Wegen Armut). Weil die Eltern das Schulgeld meist nicht aufbringen konnten, bezahlte vielfach die Herrschaft für die ärmlichen Kinder. Nach einer Regierungs-Entschließung von 1879 mußte das alte Schulhaus abgebrochen und ein neues Schulgebäude erstellt werden. Der Kostenaufwand betrug 20000 M.1)

Loppenhausen

In den Jahren 1507 und 1522 ist ein Hans Salwürck als Schulmeister in Loppenhausen bezeugt. Laut Fassion vom 17.4.1833 bezog der in der Pfarregistratur vermerkte Lehrer Joh. Nep. Altegger ein Gehalt von 327 fl 28 kr. 1876 wurde das jetzige Schulhaus mit einem Schulsaal erbaut, der Aufbau des 2. Lehrsaales erfolgte 1898; gleichzeitig erhielt die Schule eine zweite Lehrkraft. 1964 erreichte die Gemeinde durch einen Erweiterungsbau (Schulsaal und Nebenräume, Pausehalle) eine wesentliche Verbesserung der Schulverhältnisse.1)

Anfänge im 17. Jahrhundert:

Breitenbrunn

Pfarrer Gregorius Scheitenberger berichtet am 4.12.1641 für Breitenbrunn und Bedernau: "In diesen trüben Zeiten vermag man keinen Schulmeister". 1652 verzeichnet der Visitator einen Schulmeister, der im Winter dagewesen, jetzt aber bereits wieder verschwunden sei. In der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts scheint regelmäßig Winterschule gehalten worden zu sein. Der Schulbesuch ließ aber offenbar sehr zu wünschen übrig, denn noch 1834/35 unterschreiben die Breitenbrunner die Liquidationsprotokolle2) mit Handzeichen. Da Schul- und Mesnerdienst wie überall auf dem Land miteinander verbunden waren, wurde das zur Kirche gehörige Mesnerhaus zum Schulhaus. Das Schul- und Mesnerhaus kam zu Anfang des 19. Jahrhunderts immer mehr herunter. Am 25.2.1839 forderte das Landgericht Mindelheim "nachdrucksamst" eine Änderung der Verhältnisse. Im Februar 1841 entschied sich die Gemeinde für einen Neubau des Schulhauses, der dann 1842 auf dem Platz des alten Schulhauses erstand. Die Gesamtkosten von 4361 fl 49 kr einschließlich Naturalleistungen wurden in der Hauptsache von der Gemeinde getragen. Die Regierung gewährte einen Zuschuß. Das Eigentumsrecht hat heute noch die Kirchenstiftung.

1734 beschrieb der Schullehrer Ignatius Schmid von Breitenbrunn die dortigen Kirchgebräuche. Thomas Huber, Lehrersohn von Egg a.d. Günz, geb. am 20. Mai 1781, wurde am 28. März 1801 von dem Churfürstlichen Stadtpfleger von Hertling zu Mindelheim der Schul-, Mesner- und Organistendienst in "Breitenbrunn" gnädigst verliehen. Seit 1801 sind die Lehrer lückenlos verzeichnet. Die Schülerzahlen bewegten sich zwischen 178 (1888/ 89) und 68 (1928/29).1) Von 1949 bis 1962 dreiklassig, danach zweiklassig, ab 1991/92 wieder dreiklassig. (1.,2. und 5. Klasse)3)

Foto: Schüler mit ihren Lehrern um 1885

(zur Verfügung gestellt von Senzi Maier)
(zur Verfügung gestellt von Senzi Maier)

Foto: Jahrgänge 1898 – 1904

(zur Verfügung gestellt von Helene Weber)
(zur Verfügung gestellt von Helene Weber)

 

Links Lehrer Schafnitzel, mitte Kaplan Fießl, Stellvertreter von Pfr. Mayer, rechts Frl. Baur

 

Foto: Jahrgänge 1908/09/10

 

1. Reihe sitzend v.l.: Wechsel Xaver, Hs. Nr. 83; Fendt Georg, Hs. Nr. 49; Begger German, Hs. Nr. 60; Mutzel Wendelin, Staudenberg 124; Kühn Franz, Augsburg; Kneipp Johann, Hs. Nr. 99; Zeller Alfons, Achsenried 8; Wechsel Norbert, Hs. Nr. 83;

2. Reihe v.l. Wanner Stefan, Hs. Nr. 192; Beggel Xaver, Hs. Nr. 11; Heiß Magnus, Hs. Nr. 51; Würstle Hans, Hs. Nr. 97; Glogger Franz, Hs. Nr. 1; Heiß Johann, Hs. Nr. 6; Mutzel Xaver, Staudenberg 124; Beggel Anton, Hs. Nr. 14;

3. Reihe v.l.: Fendt Martin, Hs. Nr. 43; Nusser Anton, Loppenhausen; Haupeltshofer Kaspar, Hs. Nr. 36; Königsberger Martin, Hs. Nr. 85; Schuster Max, Staudenberg 123; Königsberger Alois, Hs. Nr.85; Kneipp Josef; Hs. Nr. 31½; Zeller Fritz, Achsenried;

4. Reihe v.l.: Schwegle Alois, Hs. Nr. 88; Bartenschalger Kaspar, Hs. Nr. 139; Tulacker Johann; Sälzle Max, Achsenried; Batsch Xaver, Hs. Nr. 59; Maier Andreas, Hs. Nr. 12; Schmid Georg, Hs. Nr. 3a;

Lehrer: Georg Schwarz sen.; aufgenommen im März 1924

 

1920 Neues Schulorganisationsgesetz:

Auf dem Gebiete des Volksschulwesens trat eine tief einschneidende Veränderung ein. Mit dem 1. Januar wurden die geistlichen Lokal- und Distriktschulbehörden aufgehoben. An Stelle der Lokalschulinspektion trat die Schulpflegschaft.

Dieselbe besteht aus:

Dem Vorsitzenden = 1. Bürgermeister

Der Lehrerschaft

2 Gemeindevertretern

3 Elternvertretern

Dem Pfarrvorstand, soweit sich derselbe hiezu meldet.

Die Geschäfte der Distriktschulinspektion versieht der von der Lehrerschaft gewählte und von der Regierung bestätigte Bezirksschulrat. Auf den inneren Schulbetrieb hat die Schulpflegschaft keinen Einfluß. Die Gemeinde hat zur Aufbringung der Lehrergehälter nichts mehr zu zahlen, weshalb auch die Schuldienstgründe an die Gemeinde zurückfielen. Die Lehrer sind Staatsbeamte (Klasse 7 - 9) und werden ausschließlich vom Staate bezahlt. Der Mesnerdienst wurde endgültig vom Schuldienste getrennt.4) 

 

1933 Fürbuch Lehrer Deibel  

 

1937 Aus der Ortchronik:

Gründung der NSD - Schulgemeinde:

 

Am 17. November war die Elternschaft in den Saal der Bahnhofswirtschaft geladen worden. Es erschienen zumeist nur die Mütter. Die Geistlichkeit hatte Nachricht von der Werbung erhalten und veranlaßte die Männer und Väter zum Fernbleiben. Pg. Schwankhart, Lehrer und Leiter der Schule, trug den Aufruf der Regierung Schwabens vor und ersuchte um den Beitritt. Von ca. 50 Erziehungsberechtigten traten nur 9 bei. Die Mütter hielten den Werbern entgegen: "Wir wollen, daß unsere Kinder im gleichen Glauben sterben wie wir." Man fühlt dahinter also die Arbeit des Ortsgeistlichen.

Am Sonntag, den 20.11., wurden die Väter ins Gasthaus Stadler eingeladen zu einer neuen Werbung. Von 30 Vätern trat nur einer bei.

Im Dezember erfolgte dann eine Werbung von Haus zu Haus. Ortsgruppenführer Wilhelm Egger begleitete den Pg. Schwankhart. Hier gelang es, noch 32 Mitglieder zu werben, sodaß es nach und nach 42, d.i. 70% der Erziehungsberechtigten, wurden. In Fürbuch waren es von 20 Erziehungsberechtigten nur zwei Mitglieder. Dort ging das Gerücht: "Wer unterschreibt, ist aus der Kirche ausgeschlossen." Von welcher Seite diese Gerüchte ausgingen, ist leicht zu erraten! Die katholischen Geistlichen hatten durch das evangelische Konsistorium von der Gründung der NSD - Schulgemeinden erfahren und im Stillen die Anhänger durch Flüsterpropaganda, Eltern-, Mütter- und ähnliche Vereine mobil gemacht. 

1938 Jubiläum: Frl. Oberlehrerin Wiedemann wirkte seit 25 Jahren ununterbrochen in der Schule des Ortes und 35 Jahre als Lehrerin. Schulleiter war Pg. Schwankhart.4) 

1940 Die Schule in Fürbuch zählte nur mehr 24 Schüler. Deshalb verfügte die Regierung deren Auflösung für die Dauer des Krieges. Die Schule kam nach Breitenbrunn. Die Lehrerin Klimmer wurde kriegsverwendet und bekam die verwaiste Schule in Wörnitz. Am 1. Juli ertrank sie dort beim Baden in der Wörnitz.4)

Das Schuljahr 1940/41 dauerte 16 Monate, weil im Zuge der Vereinheitlichung der Schulbeginn auch in Bayern auf den September festgesetzt wurde. Da seit 1.4.39 auch auf dem Lande das achte Schuljahr Pflicht geworden war, wurden die Schüler des 8. Schuljahres für die Sommermonate beurlaubt.

Die zweiklassige Schule Breitenbrunn zählte am 1.4.41 mit 29 Kindern aus Westfalen 140 Schüler; die Unterstufe 84 und die Oberstufe 56. Die Unterstufe mußte in 2 Abteilungen geführt werden.

Am 1.4.41 wurde die Volksschule Fürbuch wiedereröffnet (Lehrer Burghardt aus Castrop-Rauxel). Danach sank die Schülerzahl in Breitenbrunn wieder auf 107.4) 

1948

Durch das Ansteigen der Schülerzahl war ein dritter Schulsaal notwendig geworden. So mußten die drei Zimmer der Lehrerwohnung im 1. Stock zu einem Schulsaal ausgebaut werden. Gleichzeitig wurde eine neue Treppe eingebaut. Die Kosten den Umbaues beliefen sich auf ca. 6000.- DM.4) 

1958

In der Schule wurden die Abortanlagen abgerissen und durch neue WC's ersetzt. Die Wände wurden gekachelt und Fenster und Türen eingesetzt. Zur Vermeidung von Frostschäden wurden zwei elektrische Heizkörper gekauft.

Gleichzeitig wurde das Dach neu gedeckt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 11000.- DM.4)

1964

Am 1.9.1964 wurde die Verbandsschule Pfaffenhausen - Unterrieden - Egelhofen gegründet.1) 

1965 Loppenhausen (Anbau) 2 Schulsäle Baukosten 175000 DM.1)Mit Beginn des Schuljahres 1967/68 wurden die Schulen Breitenbrunn und Schöneberg zu einem Schulversuch mit vier Jahrgangsklassen zusammengelegt. In Breitenbrunn wurden die Klassen 1/2, 5/6 und 7/8, in Schöneberg 3/4 unterrichtet.4)

Mit Beginn des Schuljahres 1969/70 wurde die kath. Bekenntnisschule Breitenbrunn aufgelöst. Mit gleichem Datum wurde eine Volksschule (Grundschule) Breitenbrunn mit den Jahrgangsstufen 1 mit 4 errichtet. Zu dieser Grundschule gehören auch die Schüler von Loppenhausen. Allerdings wurden in diesem Schuljahr auch noch die Schülerjahrgänge 5 und 6 weiter in Breitenbrunn unterrichtet, da die entsprechenden Schulräume in Pfaffenhausen erst im Bau begriffen sind. Die Jahrgänge 7,8 und 9 besuchen bereits die Hauptschule in Pfaffenhausen. Die Schule in Fürbuch wurde aufgelöst.4) 

1970 Renovierung des Schulhauses in Breitenbrunn

Die Grundschule Breitenbrunn umfaßt jetzt die Jahrgänge 1 - 4, wovon zwei Jahrgänge in zwei Klassen in Breitenbrunn und zwei Jahrgänge in zwei Klassen in Loppenhausen unterrichtet werden.4) In den Ferien wurde das Schulhaus außen renoviert und erhielt einen neuen, freundlichen und hellen Anstrich.

Zwei Schulsäle und der obere Flur wurden mit einem Kunststoffboden belegt.

Ferner wurden diese beiden Säle mit modernen Tischen und Stühlen ausgestattet. 

1971

Mit Wirkung vom 1. August wurde die hiesige Schule aufgelöst und in die Verbandschule Pfaffenhausen eingegliedert. Da aber in Pfaffenhausen trotz sehr umfangreicher Neubauten nicht genügend Schulräume zur Verfügung stehen, wurden in Breitenbrunn die 1. und 4. Klasse mit den Schülern von Loppenhausen als Außenstelle unterrichtet, während in Loppenhausen die 2. und 3. Klasse aus beiden Gemeinden zur Schule gehen. Für die Gemeinde ist dadurch eine große finanzielle Belastung entstanden, da für jeden der über 140 Schüler ein Schulbeitrag von 250 DM bezahlt werden muß.4) 

1987 Renovierung des Schulhauses in Breitenbrunn:

Die Schule wurde von Grund auf renoviert, trockengelegt und umgebaut. Sie erhielt einen neuen Anbau für die Heizungsanlage und für die Aborte. Auch das Dach wurde erneuert. Die bisherigen Schulsäle blieben bestehen und werden nach den Weihnachtsferien wieder belegt, nachdem die Klassen während des Umbaues nach Pfaffenhausen ausgelagert waren. Der 3. Schulsaal, der bisher von der Musikkapelle benutzt wurde, steht jetzt dem Kirchenchor als Probelokal zur Verfügung. Die Musikkapelle erhielt ein neues Heim im Feuerwehrhaus. Im Erdgeschoß wird eine neue Gemeindekanzlei mit einem Sitzungszimmer eingerichtet. Sie dürfte bis zum Frühjahr ebenfalls fertig sein. Früher war die Gemeindekanzlei in der Privatwohnung des Bürgermeisters Max Müller.4)

 

 

Foto: Gemeindekanzlei und Außenstelle Breitenbrunn (Reschke 1988) 

 

Quellen- und Literaturverzeichnis:

1) siehe: Josef A. Müller, Die Volksschulen, in: Der Landkreis Mindelheim in Vergangenheit und Gegenwart, Mindelheim 1968, Seite 377ff.

2) Liquidationsprotokolle: Kostenabrechnungen (von Grundstücken)

3) Anmerkung von Gertrud Reschke 1992

4) siehe Ortschronik

Gertrud Reschke 24.8.1992